Montgras, Carmenère Reserva 2005, Chile

Nicht weit von mir entfernt gibt es einen Laden, der heißt Magd & Knecht. Der Name in Verbindung mit einem Logo, das mich immer an einen nackten Krieger aus Sparta auf einer alten griechischen Vase erinnert, hat mich längere Zeit davon abgehalten, dort hineinzugehen. Es war ein Fehler.
Zum ersten bekommt man Brot vom besten Bäcker Bonns, dessen Dinkel-Brote eine beispiellose Qualität aufweisen. Ich würde das bei Qype eintragen, wenn ich Qype nicht schlecht fände.
Zum zweiten gibt es dort leckere Dinge des Genusses, außergewöhnliche Dinge, wie zum Beispiel gute Sandwiches, Sandwiches, wie es sie in London in allen möglichen Läden gibt, Sandwiches, die von ferne so aussehen wie die in Autobahnraststätten, letztlich aber nur den Namen gemein haben und die Form. Bei Magd & Knecht gibt es die Sandwiches zum Beispiel mit selbst gemachtem Frischkäse, mit Erdnüssen und mit einer Senfsorte, deren Provenienz mir gerade entfallen ist.
Dazu gibt es täglich wechselnde Menüs ohne Konvenienz, alles absolut frisch und hausgemacht. Manchmal gibt es dort eine Schokoladen-Birnen-Tarte, die so unglaublich gut schmeckt, dass ich gerade, während ich diese Zeilen in Erinnerung an das letzte Stück schreibe, in Tränen ausbrechen möchte.

Warum schreibe ich das alles? Ach so, bei Magd & Knecht gibt es auch Weine. Letztlich habe ich dort einen Heartland Viognier Pinot Gris gekauft. Dazu habe ich mich noch gar nicht geäußert.

Letzte Tage gab’s den Montgras Carmenère Reserva. Der hat eine schöne Farbe von Kirschrot bis Violett.

»Schöne kirschrote Farbe im Glas und feiner Duft nach schwarzem Pfeffer, Schokolade und Vanillenoten. Voller, runder Körper mit seidenem Tannin. Ein typischer und hochklassiger Carmenère, der die Beliebtheit der Rebsorte zu unterstreichen weiß.« (Quelle: Fiwimo)

Ja. Ich würde das so werten: schöne Farbe, leichter Duft nach Vanille und Pfeffer. Schmeckt solide, weich, rund.

Das war’s. Der Wein ist gut gemacht. Danke. 8,95 € habe ich dafür ausgegeben und ich meine, das ist ein Preis, den ich heutzutage häufig für einen Wein zahle, auch wenn ich manchmal darüber nachdenke, welche Weine ich früher für achtzehn Mark bekommen habe. Allerdings erwarte ich von einem Wein von um die 9 Euro ein wenig mehr Eigenständigkeit. Diesen Wein werde ich direkt wieder vergessen haben. Das Etikett jedoch ist nett, das bleibt länger in Erinnerung.

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