Speicher-Schuth, Riesling Wasserros, Kabinett trocken 2005, Rheingau

Letzten Sonntag saß ich bei meiner Mutter auf der Terrasse. W ir feierten ein wenig den Geburtstag ihres Mannes, den ich sehr gerne mag, und sie erzählten, dass sie eine Tour durch den Rheingau gemacht hätten: Kloster Eberbach, Eltville, schließlich Kiedrich mit seiner wunderschönen Kirche St. Valentinus. Neben dem Welt-Weingut Robert Weil gibt es da natürlich auch noch andere Winzer, die man nicht übersehen sollte. Ein Winzer heißt Speicher-Schuth. Der Winzer heißt Ralf Schuth, aber das Weingut Speicher-Schuth. Bei dem waren sie und haben einige Weine mitgebracht. Als ich die Flaschen sah, rutschte mir zunächst mein Grafiker-Herz in die Hose und ich hatte kurzfristig Angst, einen üblen Ausschlag zu bekommen. Die Etiketten sind seeehr klassisch gehalten und weisen die gleichen Farben auf wie Robert Weil, nämlich das charakteristische Hellblau und Weiß. Ich dachte zuerst, dass das wohl für Kiedrich typische Farben seien, beispielsweise im Dorfwappen vorhanden. Das ist jedoch rot und weiß.
Was den Winzer geritten hat, diese Farben auszuwählen, bleibt mir ein Rätsel und die Weine hatten es schwer, gegen meine Vorurteile anzukommen.

Der erste Wein im Glas war auch direkt eine Niete. Es war die 2005er Sandgrub, ein trockener Riesling Kabinett für 5,50 €. Das wäre ja mal ein Schnäppchen gewesen, wenn er gut gemacht wäre, aber das ist er in meinen Augen nicht. Die Balance stimmt nicht. Die Frucht ist zurückhaltend und geht in Richtung Zitrus. Die Mineralik ist zurückhaltend, dafür die Säure prägnant, dazu ein wenig rau am Gaumen und ohne viel Substanz.

Der im Eichenfass ausgebaut Pinot Noir dagegen war schon deutlich besser, das Holz gut eingebunden und schön rund. Dafür, dass Holz im Spiel war, wirkte er leicht und lebendig.

Der Wein, den ich überzeugend fand, ist der 2005er Riesling Kabinett Wasserros für an die 8 €. Der trägt viele Stärken des Rheingauer Rieslings in sich. Die Mineralik ist vorhanden und man hat sie schon in der Nase, wenn man diese übers Glas hält. Dazu kommen Pfirsich- und Zitronenaromen. Die Säure kommt nicht mit dem Dampfhammer, sondern harmoniert mit den Mineralen und der Kohlensäure. Der Wein hat einen ordentlichen Abgang. Schön.

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