Clemens Busch, Riesling vom roten Schiefer 2006, Mosel

Clemens Busch macht seit Jahren immer bessere Weine. Ich kenne seine Erzeugnisse seit 1997 (etwa) und wage das zu behaupten. Wenn ich recht informiert bin, hat er beim Eichelmann dieses Jahr einen Preis für die beste edelsüße Kollektion des Jahres bekommen. Bei den edelsüßen Kreszenzen bin ich aber nicht, eher beim einfachen Getränk, der Einstiegsdroge gewissermaßen.

Der Riesling wird, wieder der Name schon sagt, auf rotem Schiefer angebaut. Dort, in Pünderich an der Mosel gibt es natürlich auch grauen Schiefer, blauen Schiefer, grünen Schiefer, violetten Schiefer…

Und wenn ich den Wein gegen das Licht halte, habe ich irgendwie das Gefühl, dass dieser tiefgoldene Wein etwas Rot in sich trägt. Das ist bestimmt Unsinn; denn der Wein ist weder rot- noch roséfarben angehaucht. Na ja. Dem Glas entströmt ein Kompott aus frischem und getrocknetem Steinobst, ich kann da oft nicht so genau unterscheiden, ob das nun Nektarine ist oder Aprikose und dann ist es einfach Steinobst. Dazu eine sehr dezente Handvoll Küchenkräuter und Gewürze. Da habe ich länger gesucht, was das Ganze trägt, und habe verschiedene Tiegel in der Küche geöffnet und zum Schluss bin ich bei Muskat gelandet und natürlich … manchmal schlage ich mir vor den Kopf, weil ich einfach das verflixte Aroma nicht finde. Es ist Muskat. Und die leiche Schiefernote und der Stallgeruch der Rieslingrebe und ganz ganz leicht irgendwo das Petro o Leum, aber nur so leicht, als würde man bei offenem Fenster an einer Autowerkstatt vorbeifahren.

Clemens Busch, Riesling vom roten Schiefer 2006, Mosel

Im Mund das gleiche Spiel. Obstkompott, süßliche Frucht, ein bisschen blumig, cremig. Ziemlich viel Volumen. Ein Tick zu viel, finde ich – oder – ein bisserl zu wenig Minerale, Säure. Nicht so ganz ausgeglichen fand ich ihn gestern abend.

Ah, ja – und jetzt auch nicht. Das Problem ist, er hat eine große Nase und kommt dann, wenn man einen Schluck im Mund hat, nicht so recht aus dem Quark, wie der Rheinländer zu sagen pflegt. Der stürzt erst mal kurz ab, kann nicht das halten, was er mit der Nase verspricht. Und dann nach und nach kommen die Aromen, die man schon gerochen hat.

Clemens Busch, Riesling vom roten Schiefer, 2006, Mosel, ca. 13 Euro

3 Kommentare

  1. Das sind vor allem die botrytis tonen die hier fur eine unglaublich intensiefen geschmack sorgen, das last wieder mal sehen wozu riesling imstande ist. Wenn man klassisch mosel erwartet
    kan ich mich vorstellen das sie mit diesen wein ihre schwierichkeiten haben.

    gr. Paul

  2. Für die Weine von Clemens Busch muss man auch den richtigen Zeitpunkt finden. Das habe ich vor wenigen Wochen geshen wo ich mit ihm einen Abend bei FUB verbracht habe und Weine verkostet habe, die bei mir zu Hause ein halbes Jahr vorher noch völlig zu waren.

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