Weinkritikerkritik

In der Weinkolumne von Zeit online beschäftigt sich Rainer Schäfer mit einer kurzen, kritischen Betrachtung der deutschen Weinkritik.

Das ist nicht neu und auch grundsätzlich nicht verwunderlich, aber trotzdem lesenwert und es könnte dazu führen, sich das ganze Konstrukt mal genauer anzuschauen. Kritik wird natürlich immer unter Kritik stehen. Speziell, wenn Kritiker so mächtig werden, dass sie Geschmack und Anbau beeinflussen können. Im deutschen Fall ist das allerdings deshalb schon mit einer gewissen Süffisanz zu betrachten, weil die Kritiker offen verkosten und nicht blind und weil einer der Verkoster auch ein eigenes Weingut besitzt und dem Verband deutscher Prädikatsweingüter für den Bereich Nahe vorsteht (Nachtrag). Der Gault Milliau ist trotzdem seit Jahren die Bibel vieler Liebhaber deutschen Weines. Na gut, wenn ihr es nicht anders wollt …

Ich kann nur raten, am besten ist es doch immer, die eigene Nase zu trainieren, so viel zu probieren, wie es geht, und sich nicht von Preisen und Etiketten beeinflussen zu lassen. Dann wird alles gut.

2 Kommentare

  1. …er hat ja nicht ganz unrecht mit seinem Kommentar, der originalverkorker!
    Aber bitte etwas genauer lesen und DANN kommentieren:
    inzwischen schreiben die Gault Millau-Kritiker offen darüber, das sie offen verkosten, immerhin ein Fortschritt gegenüber von vor einigen Jahren. Das ist aber kein Geheimnis mehr! Mir wäre allerdings auch “blind” lieber.
    Diel selbst listet sein Gut ohne Wertung, das ist okay.
    Und: er ist “nur” Chef der Nahe, nicht aller VDP-Güter, das ist der gute Christmann….
    Grüße, Niko(www.nikos-weinwelten.de)

  2. Die Praxis der Gault-Milliau-Kritiker von offener Verkostung war auch vorher schon ein offenes Geheimnis – seit einiger Zeit ist es halt offiziell. Ich meinte ja auch, dass der ganze Umstand keine wirklich neue Meldung ist. Dass Diel nur den Nahe-VDP-Weingütern vorsteht ist natürlich richtig, verzeih’ mein zu schnelles Dahintippen.

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