Wein­ral­lye 10 – Chen­in Blanc

Weinrallye 10 - Chenin Blanc

Die Wein­ral­lye geht heu­te in die nächs­te Run­de und ich freue mich, sie aus­rich­ten zu dür­fen. Erst­mals zwei­stel­lig kann man sagen, dass die­se von Tho­mas Lip­pert und sei­nem Win­zer­blog initi­ier­te Ver­an­stal­tung schon eine Insti­tu­ti­on in der deut­schen Wein­blog-Sze­ne gewor­den ist. An die­ser Stel­le wün­sche ich ihm noch mal gute Bes­se­rung und Rekon­va­len­s­zenz, denn er befin­det sich gera­de hier und jeg­li­che Ver­kos­tung von Wein dürf­te wohl fehl am Plat­ze sein.

Ich weiß nicht, ob Micha­el Quen­tel mit sei­nem Blog »Wein­welt von Micha­el« an der Ral­lye teil­neh­men wird – zumin­dest hat er letz­te Woche eine Steil­vor­la­ge gelie­fert, indem er die Ver­kos­tungs­no­ti­zen einer Ver­ti­kal­pro­be des Cou­lée de Ser­rant gelie­fert hat.

Coulée de Serrant

Die­ser Chen­in Blanc ist ja gera­de­zu ein Mythos, zumin­dest bei jenen, die sich inten­siv mit bio-dyna­mi­schem Wein­bau beschäf­ti­gen. Aber auch dar­über hin­aus ist die­ser Wein­berg schon seit Jahr­hun­der­ten berühmt, was sich nicht zuletzt dar­in wider­spie­gelt, dass die­ser ein­zel­ne Wein­berg eine eige­ne Appel­la­ti­on besitzt.

Nico­las Joly gehört ohne Zwei­fel mit zu den Vor­rei­tern der bio-dyna­mi­schen Sze­ne und betreibt dies seit Anfang der Acht­zi­ger sehr kon­se­quent. Dass dabei kon­se­quent auf jede Art von syn­the­ti­scher Dün­gung und den Ein­satz von Her­bi­zi­den und Pes­ti­zi­den ver­zich­tet wird, ver­steht sich von selbst. Wie weit­rei­chend die an der Natur und ihren Kreis­läu­fen aus­ge­rich­te­te Arbeit geht, beschreibt er in sei­nem wohl nur noch anti­qua­ri­sch zu fin­den­den Buch »Beseel­ter Wein« aus­führ­li­ch. Die Arbeit im Wein­berg, die Ein­brin­gung des Dungs eige­ner Kühe, der Ein­satz von Tees und dyna­mi­sier­tem Kuh­horn­dün­ger, um nur eini­ges zu nen­nen. Die Kel­ler­ar­beit, bei der die Wei­ne auf eige­nen Hefen lie­gen, und wo nur noch so wenig wie mög­li­ch ein­ge­grif­fen wird …

Beseelter Wein

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es zusätz­li­ch von Mat­thi­as Met­ze vom Viva-Vino Blog. Und ein biss­chen kann ich mir schon den­ken, was er wohl in die Wein­ral­lye-Waag­scha­le wer­fen wird. Schließ­li­ch ver­kauft er in sei­nem Laden den 1998er Jahr­gang des Cou­lée sowie den 1998er Savi­en­niè­res-La Roche aux Moi­nes »Clos de la Ber­ge­rie«.


Womit ich bei mei­ner Wein­vor­stel­lung wäre. Der Clos, ein Wein von 100 % Chen­in Blanc, aus­ge­baut wie der Cou­lée de Ser­rant, aber in der Lage Saven­niè­res.

Clos de la Bergerie 1998

Geöff­net habe ich ihn schon am Diens­tag. Die Far­be ist inten­siv gold­gelb. Zunächst steigt mir ein star­ker sher­ryar­ti­ger Geruch in die Nase. Nach zwei Stun­den dann tre­ten Aro­men von Lin­den­blü­ten und Man­del­ge­bä­ck her­vor und ver­drän­gen den Sher­ry wesent­li­ch, aber nicht voll­stän­dig. Dies wird auch so blei­ben.

Clos de la Bergerie, Farbe

Jetzt, zwei Tage spä­ter, hat sich nicht viel ver­än­dert. Ich habe das Gefühl, dass der 1998er oder zumin­dest die­se Fla­sche die bes­te Zeit hin­ter sich hat. Immer noch der mar­kan­te Geruch von Lin­den­blü­ten. Im Mund ver­hal­ten, kla­re Mine­ra­li­tät, leich­ter Hauch von Botry­tis. Aro­men von Stein­obst in fri­scher oder getrock­ne­ter Form kann ich aller­dings nicht wahr­neh­men. Eine beson­de­re Kom­ple­xi­tät kann ich lei­der eben­falls nicht erken­nen, eine aus­ge­wo­gen fili­gra­ne Balan­ce auch nicht – das war bei frü­he­ren Gele­gen­hei­ten anders –,  auch das Fina­le ist nicht beson­ders anhal­tend, der Wein bricht fast weg. Das ist ein wenig ent­täu­schend. Nun ja, dann har­re ich mal der Din­ge, die da kom­men wer­den.

Und bevor ich den Arti­kel ver­öf­fent­li­che, tru­delt der ers­te Bei­trag ein und – wie nett, es ist eben­falls ein Savi­en­niè­res, und zwar der Clos de Cou­lai­ne von Clau­de Papin, Châ­teau Pier­re-Bri­se, vor­ge­stellt von Bernd Klin­gen­brunn, K&M Guts­wei­ne. Und wäh­rend ich dies wie­der­um ein­tip­pe, schmei­ße ich mit mei­ner Rech­ten das Wein­glas um, ver­saue mei­nen Schreib­ti­sch und eini­ges, was dar­auf liegt, und geste­he mir ein, dass ich wohl ins Bett gehen soll­te, um nicht zu all­zu fort­ge­schrit­te­ner Tages­zeit zu schau­en, was son­st noch alles an Arti­keln ein­tru­delt.

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6 Kommentare

  1. Klei­ner Feh­ler im letz­ten Link zu K&U Guts­wei­ne. Ansons­ten herr­li­ch zu lesen. 🙂

  2. Pingback: Viva-Vino Biowein Blog

  3. Hal­lo Chris­to­ph,

    bevor Ver­wechs­lun­gen mit dem Kol­le­gen Köss­ler in Nürn­berg (K&U) ent­ste­hen: wir sind K&M Guts­wei­ne. Gruß Bernd

  4. Pingback: Weinrallye 10 – Kurzer Zwischenstand zur Mittagszeit » originalverkorkt

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