Ayayay, Blumen für Christine

Soo lange nichts mehr geschrieben. Aber ein erhöhtes Arbeitsaufkommen und die Tatsache, die Woche über nun alleinerziehend zu sein, machten es mir fast unmöglich, mit Muße zu schreiben. Die Weinrallye habe ich auch verpasst, was mir leid tut, hätte ich doch so gerne einen Blanc de Noir von Diel probiert. Tja, den habe ich nicht geschafft und auch sonst nix. Bis zu diesem Wochenende.

Denn es muss ja weitergehen. Dazu heute die erste eigengekaufte Flasche Champagner und eine große Entdeckung vom Kap.

Ich muss gestehen, dass sich meine Erfahrungen, was Champagner angeht, sich bisher extrem in Grenzen halten. Ich dachte immer, ich wäre kein unbedingter Freund von Schaumweinen. Ich habe zwar schon manch guten Cava, Crémant oder Winzersekt probiert, war auch angetan, aber umgehauen hat es mich nie. Auf der Prowein habe ich dann mal was von Fleury probiert und war etwas mehr als angetan. Nun gab es Grund genug, mal in den Laden zu gehen und ein Flasche zu erwerben. Ich habe es nicht bereut. Kein Vergleich mit dem geringfügig günstigeren Supermarkt-Zweitaufschüttungsgefusel von Lanson, Veuve oder Taittinger. Nein, wunderbarer Duft nach Brioche, Hasel- und Walnüssen, dazu leichte Aromen von Steinobst und Holunder. Hach … und das war noch der Einfache aus dem Hause. Und jetzt erinnere ich mich auch wieder an den Rosé und den Blanc de Blancs, verkostet bei den Biodynamikern auf der Prowein. Das sind nicht die feinsten, die edelsten Champagner, denke ich, aber mit einer sehr präsenten frischen Frucht – absolut empfehlenswert.

Carte Rouge, Pinot Noir, Champagner Fleury Pere & Fils, Courteron, France, ca. 30 Euro

Champagne Fleury und Buitenverwachtings Christine 02

Und dann habe ich am Samstag mal die Flasche Buitenverwachting Christine 2002 geöffnet. Für den Sauvignon Blanc sind die Hamburger Familie und der ebenfalls deutsche Kellermeister ja schon berühmt. Mit der Christine haben sie einen Wein kreiert, den man wohl eher – natürlich nicht ungewollt – im Bordeaux verorten würde. Man sagt, dass nur ausgewählte Händler an einem zentralen Tag die Möglichkeit haben, vor Ort die Christine zu ordern, und dass das Kontingent nach einer Stunde regelmäßig ausverkauft ist. Ich weiß jetzt auch, warum.

Diese Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc ist ein wunderbar feiner, nach Waldbeeren und Zedern duftender komplexer Wein. Eigentlich klassischer Bordeaux, am ehesten St. Julien, tolle Länge, sehr harmonisch, und für einen Preis zu erwerben, der es wirklich wert ist. Aus Südafrika gibt es für mich im ähnlichen Stil bisher nur den Paul Sauer von Kanonkoop, kostet ’nen Zehner mehr und ist mindestens genauso beeindruckend.

Christine 2002, Buitenverwachting, Constantia, Südafrika, ca. 20 Euro

2 Kommentare

  1. Hier wäre der passende Bericht über eine Champagner Verkostung, den der Fleury gewonnen hat.
    viele Grüße
    Georg

  2. Pingback: Fleury Père & Fils, Pinot Noir Millésime 1996, Champagne » originalverkorkt

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