Sehnsucht 2005, Horst Sauer, Franken

Horst Sauer war mal in Italien auf so ’ner Etepetete-Weinprobe ausgewählter Superwinzer. Da gab es reihenweise Wein jenseits der Erwartungen und Horst Sauer bekam Sehnsucht, Sehnsucht nach einem vergleichbaren außergewöhnlichen Superwein aus deutschen Landen, den man so nicht erwartet. Da hat er sich dann dran gemacht und seine Träume verarbeitet in einem rigide handverlesenen Silvaner. Und was ist da herausgekommen?

Einer der interessantesten, untypischsten und besten Weine aus Deutschland, die ich bisher getrunken habe.

Leicht butterkandierte Bitterorangenmelonenkonfitüre mit Karamel und frisch gewaschenem Stein und ein wenig darauf geriebenem Holz strömt in Massen aus dem Burgunderkelch, so massiv, das einem das Pippi in den Augen stehen kann. Im Mund die gleichen Aromen, die gleiche Fülle. Das ist ein Silvaner? Mein Gott, ich hätte eher an Burgunder gedacht, an sehr guten noch dazu. Rauchige Ananas kommt zu den Orangen und Melonen und gelbes Steinobst noch hinzu und die Minerale verstärken sich. Die Säure ist präzise abgestimmt und der Wein hat Schmelz zum vergehen.

Das ist ein großer Wein, keine Frage.

Sehnsucht 2005, Silvaner, Horst Sauer, ca. 20 Euro

1 Kommentare

  1. Pingback: Horst Sauer, der fränkische Weinmagier » originalverkorkt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.