La Closerie – Les Béguines 2006, Jérôme Prevost, Champagne

Das, was ich im Glas habe, gehört mit zum Außergewöhnlichsten, was man aus der Champagne bekommen kann. Es ist nichts das Rarste, nicht das Teuerste, nicht das Beste, aber in der Summe der hervorstechenden Eigenschaften ein wahrhaft ungewöhnlicher Tropfen.

Jérôme Prévost besitzt eine zusammenhängende Parzelle von 2 ha, die ausschließlich mit Pinot Meunier bestockt ist. Er hat die Fläche von seiner Großmutter geerbt, die ihre Trauben einige Jahre großen Erzeugern geliefert hat und dann selbst begonnen hat, Champagner auszubauen. Er nutzt dazu einige Holzfässer in einem alten Luftschutzkeller, in dem er aus 8.500 kg Trauben ca. 45 hl gewinnt, um  ca. 13.000 Flaschen Champagner auszubauen. Nur mal so nebenbei gesagt, kann man davon ausgehen, dass die großen Häuser auf solch einer Fläche ca. 13.000 kg, also eher 80 hl pro Hektar herausholen. Prévost fügt keinerlei Dosage hinzu, trotzdem ist sein Champagner alles andere als knochentrocken, es ist eher ein Brut denn ein Extra-Brut.

Die Reben werden spät gelesen und man schmeckt diesen höheren Reifegrad. Außerdem sieht man es; denn der Champagner wirkt ungewöhnlich golden. Die Arbeitsweise scheint dem offiziellen Champagnerkomitée nicht unbedingt zu gefallen; denn mit dem liegt er immer wieder im Clinch. Die 13.000 Flaschen aber sind direkt weg, sobald er sie freigibt. Kein Wunder.

Das Ganze ist eine wunderbare Mischung aus in Honig getränkten Trockenfrüchten, leichter Kräuternote, Hefe, Mandeln und Nüssen und einer Runde Zitrusfrüchte. Dazu gibt es leicht salzige Minerale. Das ist ganz fein.

La Closerie – Les Béguines 2006, Jérôme Prevost, Champagne

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