Stoppt den Hochmoselübergang

Ich muss gestehen, ich habe lange den Protest gegen den Hochmoselübergang viel zu lax verfolgt. Irgendwie ist es ja auch seltsam, dass er erst wirklich öffentlich wird, wenn die Bauarbeiten schon beginnen, obwohl die Pläne seit  Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten bekannt sind.

Aber das anscheinend vorhandene langjährige Schlafmützentum ändert ja nun nichts daran, dass nun hier ein Bauvorhaben realisiert wird, dessen Durchführung ganz offensichtlich der Präsenz und Einflussstärke einiger kleiner Lobbygruppen geschuldet ist und der Durchsetzungskraft einiger Provinzpolitiker – wobei ich den Landesfürsten von Rheinland-Pfalz, der ja auch mal Bundespolitik machen wollte und daher einschlägig bekannt ist, eindeutig dazuzähle. Wenn die Fundamente der Brücke genau so massiv gegossen werden wie die Argumente, auf Grund derer dieser gigantische Brückenbau realisiert werden soll, kann ich nur sagen: Prost Mahlzeit! Es ist von notwendiger Verkehrsentzerrung und schnelleren Anbindungen die Rede, von der Anbindung einer benachteiligten Region, von Tourismusförderung und Wirtschaftsförderung.

Ähm. Moment. Wir reden hier über die Mosel, nicht wahr? Über eine der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands, die genau aus diesem Grund von Touristen besucht wird, von einer großen Zahl an Touristen, die im Zweifel diese pittoreske Landschaft gar nicht mehr so hübsch finden werden, wenn dieser Stahlbetonkoloss dort stehen wird, wie auf folgendem Foto simuliert.

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Hier wird, staatlich abgesegnet, eine Weinkulturlandschaft zerstört. Das ist nicht irgendeine Landschaft, sondern hier werden Weinberge in Mitleidenschaft gezogen, die zu den besten Weinlagen der Welt gehören, sei es die Wehlener Sonnenuhr, sei es der Bernkasteler Doctor.

Das ganze Projekt wird, abgesehen von der Landschaftszerstörung, dann auch noch 330 Millionen Euro an Steuergeldern kosten. Das ist eine Sünde!

Wer dagegen abstimmen will, muss sich beeilen. Die Unterschriften-Aktion läuft nur noch heute.

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