Salanques 2006, Mas Doix, Priorat

Im Prinzip ist der Salanques der Zweitwein des Mas Doix Coster des Vinjes Velles, einer Cuvée aus Garnacha und Carinena, in die noch 2 % Merlot gemischt sind. Ein Wein von über hundert Jahre alten Rebstöcken.

Der Salanques ist das, was Ramon Llagostera nicht gut genug fand für den Erstwein. Das wird bei ihm im Keller Fass für Fass überprüft und ausgewählt. Das Resultat ist ein Wein, der immer noch um die 30 Euro kostet – aber eben nicht um die 70, wie der eigentliche Mas Doix – und doch sehr klar zeigt, wofür das Priorat stehen kann. Für dichte Rotweine von uralten Rebstöcken, gewachsen  auf Licorella-Schieferböden in einer Region, die tagsüber sehr heiß sein kann und nachts deutlich abkühlt. Wenn der Winzer den richtigen Lesezeitpunkt findet und den Wein nicht zu stark konzentriert, kommt etwas heraus wie das, was ich im Glas hatte.

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Der Salanques bietet eine, wie ich finde, höchst angenehme Mischung aus saftig-frischen dunklen Früchten, verbunden mit Zedernholz, Bitterschokolade, Gewürzen und Kräutern, und einer sehr angenehmen Kühle. Die 15 % Alkohol habe ich bei diesem Wein nicht bemerkt. Die sind sehr gut eingebunden und verstecken sich zwischen der  Schiefermineralik und dem Säuregerüst. Dieser Geschmack nach satt-reifen süßen Kirschen hallt noch lange nach, wenn der Wein längst die Kehle hinabgeronnen ist. Das ist kein intellektueller Wein, aber er ist ebenso wenig plump. Er ist vor allem das, was ein Wein vornehmlich sein sollte – ausgesprochen lecker!

Salanques 2006, Mas Doix, Priorat, ca. 30 Euro

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