Wein­ral­lye No. 46: Feth-Wehr­hof, Spät­bur­gun­der 2009 Tro­cken

Jetzt hätte ich doch bei­nahe die Wein­ral­lye über­se­hen samt Thema und Datum, ich hatte das Gefühl, die letz­ten bei­den wären gerade erst vor­bei. Nun, nicht zuletzt dafür ist es ja gut, dass es Twit­ter gibt, dann kriegt man sowas doch noch mit.  Gast­ge­ber der aktu­el­len Ral­lye ist das Wein­reich-Blog, Aus­rich­ter und Orga­ni­sa­tor wie immer Tho­mas Lip­pert vom Win­zer­blog.

Da ich eh gerade dabei war, ein Por­trait des oben ange­kün­dig­ten Win­zers zu schrei­ben, schaffe ich es spon­tan, von ihm einen sei­ner Guts­weine geson­dert zu prä­sen­tie­ren, näm­lich einen der schöns­ten neu ent­deck­ten Brot- und But­ter-Weine die ich in der letz­ten Zeit ent­deckt habe. Es ist der 2009er Spät­bur­gun­der tro­cken vom Wein­gut Wehr­hof in Worm-Pfed­ders­heim. Die­ser alt­ein­ge­ses­sene Betrieb ist vor weni­gen Mona­ten vom bis­he­ri­gen, jun­gen Betriebs­lei­ter Flo­rian Feth über­nom­men wor­den und wird in der Mitte des Jah­res mit dem Betrieb des Vaters, dem Wein­gut Feth in Flörs­heim-Dals­heim ver­schmol­zen.

Flo­rian Feth führt im Wehr­hof die Linie fort, die sein Vater schon in den aus­ge­hen­den Acht­zi­gern begon­nen hat. Er setzt auf Bio-Dyna­mie im Wein­berg und ent­spre­chende Arbeit im Kel­ler. Wäh­rend seine eigene Edi­tion F schon seit Jah­ren aus ent­spre­chend ange­bau­ten Reben erzeugt wird, befin­den sich die rest­li­chen Lagen noch in Umstel­lung Rich­tung Deme­ter.

Was mich bei Flo­rian Feths Wei­nen vor allem beein­druckt, sind seine Rot­weine, und ein Para­de­bei­spiel dafür ist der Guts-Spät­bur­gun­der aus dem Pfed­ders­hei­mer Hoch­berg. Die­sen gibt es ab Gut für sage und schreibe 6.50 Euro und opti­sch wirkt er so, als habe man eine Fla­sche aus einem Super­markt­re­gal ent­wen­det. Und doch ist es viel­leicht der beste Pinot, den ich bis­her unter­halb der 10 Euro-Grenze getrun­ken habe.

Ein ganz leich­ter Holz­ton schwingt in die­sem Wein und unter­malt den Früch­te­korb von roten Bee­ren. Dabei finde ich es zum Einen sehr ange­nehm, dass einem diese Früchte nicht direkt aus dem Glas ent­ge­gen sprin­gen und zum Ande­ren, dass diese Früchte nicht von die­ser typi­schen, meist etwas plat­ten, alles über­la­gern­den Erd­beer-Aro­ma­tik domi­niert wer­den. In das Gesamt­bild mischt sich eine feine Scho­ko­la­den­note und ein ebenso gut ein­ge­bun­dene pfeff­rige Würze. Am Gau­men beein­dru­cken die schön run­den Tan­nine ebenso wie die Kraft und Länge. Wie gesagt, ich rede hier immer noch über einen Wein, der unter 7 Euro ver­kauft wird. Aber er könnte auch das Dop­pelte kos­ten und auch in die­ser Preis­lage würde ich so einige Weine für die­sen hier ste­hen las­sen, denn es gibt auch in die­sem Seg­ment allzu viele Weine, die an die hier gebo­tene Finesse und Balance nicht her­an­rei­chen.

Ich bin also mehr als begeis­tert und wenn das kein Brot- und But­ter-Wein ist, den man sich – ich zitiere einen typi­schen Spruch von Robert Mit­tel­in­itial Par­ker – kis­ten­weise in den Kel­ler legen sollte, weiss ich es auch nicht. “Great Value for Money!!”

In Kürze wird es zu Flo­rian Feth und sei­ner Edi­tion F noch einige Sätze mehr geben.

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