Mannwerk No.1, Riesling Spätlese “Alte Reben” St. Aldegund, Mosel

Am Freitag war ich in Köln im Marieneck um dort das Ergebnis der Arbeit eines wirklich schwierig zu meisternden Erstlingswerks zu probieren – das Ergebnis einer Gemeinschaftsleistung von fünf Weinfreunden und einem befreundeten Winzer, das Ergebnis einer Leidenschaft in Verbindung mit richtig viel Arbeit, mit Hoffen und Bangen.

Ein Haufen Leute war gekommen um den 2010er Mannwerk Riesling Spätlese »Alte Reben« die Ehre zu erweisen. Ein Riesling den die fünf – von denen ich Marquee persönlich kenne und  Carsten Henn vom Lesen – als Erstlingswerk produziert haben. Ich finde solche Projekte an sich schon mal großartig: Sich zusammenzutun, ein Stück Weinberg zu kaufen und mit den eigenen Händen und wohl auch im Rücken zu erfahren, wie hart und auch gefährlich die Arbeit in einer moselanischen Steillage ist, welche Rolle Wind und Wetter spielen und die verschiedenen möglichen Schädlinge bis hin zu Wildschweinen und Staren… gleichzeitig ein Stück Weinkulturgeschichte zu bewahren, als das finde ich absolut unterstützenswert. Und damit war ich selbstverständlich nicht alleine. Schon von den bloggenden Weinfreunden habe ich neben Chez Matze und Chez Uli Werner Elflein, den Weinkaiser und Nur ein paar Verkostungen getroffen. Und alle jene wussten zu schätzen, was die fünf frischen Nebenerwerbswinzer mit Beihilfe des Winzers Uli Stein in der Steillage im Jahr 2010 geleistet haben. Wie sagt Chez Matze, “Wenn man älteren Winzern glauben darf, liegt der letzte derart schwierige Jahrgang wie 2010 schon mindestens 25 Jahre zurück. Ein Glück also für unsere fünf Männer, dass sie das Privileg besaßen, gleich im ersten Lehrjahr etwas erleben zu dürfen, worauf andere fast eine Generation lang warten mussten.”

Sie haben die Feuertaufe bestanden, da waren wir uns ziemlich einig, auch wenn dieser Wein die ganze Schwierigkeit des Jahrgangs widerspiegelt, leicht entsäuert wurde und immer noch eine ordentliche Menge Säure besitzt, so dass ich an jenem Abend das Gefühl hatte, der Wein nagt am Zahnschmelz. Nein, es ist natürlich übertrieben, zumal die feine, weiße, teils etwas exotische Frucht die Säure gut kontert. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Wein noch etwas braucht, um wirklich zu sich zu kommen, ich glaube, dass er erst in einem halben Jahr wirklich da sein wird. Überhaupt ist das ein Wein, den ich erst wieder aus dem Keller holen möchte, wenn die Fünf schon den nächsten Jahrgang auf die Flasche gezogen haben werden. Dann haben sie hoffentlich ein wenig mehr Glück mit den Begleitumstände und kriegen dann auch das Fass voll, was schon in diesem Jahr geplant war aber nur zur Hälfte gefüllt werden konnte.

Sollte es dann wieder eine solche Veranstaltung im Marieneck geben und Marqueee erneut den Abend mit dem Backen von Flammkuchen verbringen kündige ich das hier vorher an, das ist ja eigentlich viel besser als nachher.

Weitere Blog-Veröffentlichungen zum Mannwerk:

Chez Uli

Chez Matze

Werner Elflein

2 Kommentare

  1. Xhristian Segers ( Weinnase )

    Tach aber auch !

    Den 10.er JG noch in Erinnerung , werde ich heute mit der Barbara Becker mehr als gespannt , der Einladung von einem der Weinmacher
    im ” Mannwerk.Team , dem Torsten Goffin , nach Köln in`s ” Marieneck” gerne wie neugierig zur Ausgabe der *R*iesling 2011 flogen !
    Muss , den Gerpchten nach , ja ein ” Quantensprung ” aus der Alfer Lage > St. Adelgung sein , gelegen in dem Wingert vom > Uli Stein ! Gleich fahren wir denn erwartungsfgroh los , Rhein-aufwärts ! Und ” aufwärts ” soll der Genuss ja stimmen ! LG CpS – Weinnase – 😎 !

  2. Pingback: Sommerwein aus dem Supermarkt – Jürgen von der Mark Pinot Noir 2010 zum Flammkuchen » originalverkorkt

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