Heimersheimer Riesling 2010, Axel Koehler, Rheinhessen

Wer mein Blog liest und auch den Shop kannte, kennt die Weine Axel Köhlers, zumindest vom Lesen. Koehler, hier schon mal näher beschreiben, geht auch mit den 2010ern seinen Weg konsequent weiter. Er macht bei seinen Weinen keine Kompromisse. Das kann dann auch dazu führen, dass er einen Gutsein knapp zwölf Monate auf der Hefe lässt, wie bei seiner aktuellen Scheurebe geschehen.

Auch der Heimersheimer Riesling 2010, ausgebaut in Edelstahl wie auch in Keramiktanks, lag lange, bevor Koehler ihn im Oktober 2011 abgefüllt hat. Diese Zeit trägt zu einem ungemein intensiven, extraktreichen Wein bei, der jetzt gerade eigentlich viel zu jung ist, um ihn zu trinken. Trotzdem macht er sehr viel Freude. Ja, Freude ist genau der richtige Begriff. Es ist ein sehr befriedigender Wein geworden weil er neben dem vielen Extrakt und der Kraft gleichzeitig fein und zurückhaltend bleibt. Er gehört zu den Weinen, die stärker duften, wenn sie ruhig im Glas bleiben und nicht geschwenkt werden.

Zu Beginn öffnet sich der Wein mit einer leichten Zitrus- und Apfelaromatik, unterlegt mit crémigen Noten. Schon in der Nase spürt man trotz der Zurückhaltung die Substanz und Kraft des Weines.

Dieser Wein, dessen Rieslingreben von verschiedenen Bodenschichten wie Melaphyr, rotem Sandstein und Kalkstein stammen, entfaltet sich – auch das ist typisch für Köhlers Weine – erst nach ein, zwei Tagen. Er wird offener und noch etwas feiner und neben den Duft von Zitronenschale gesellen sich verschiedene Blüten.

Am Gaumen dann verbindet sich der Geschmack nach Zitruszesten mit einer zunehmenden Kräuteraromatik und feuchtem Stein. Hervorstechend ist der Extrakreichtum und die klare Säure, die den Wein nicht zu jedermanns Liebling werden lässt, aber das will Axel Koehler ja auch gar nicht.

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