Vino­lo­gi­sches Völ­le­ge­fühl. Der Ori­gi­nal­ver­korkt-Pod­cast mit der Num­mer 003

Jetzt dach­te ich, ich hät­te mir mit dem mobi­len Tas­cam DR-40 einen Gefal­len getan, doch sind die inter­nen Mikros so schlecht, dass es immer irgend­wie Rau­schen gibt – oder es ist zu lei­se. Also, wie­der eine tech­ni­sch schlech­te, inhalt­li­ch dafür umso span­nen­de­re Sen­dung. Zwei Blog­ger­kol­le­gen und Freun­de sind mit mir nach Épernay gefah­ren um – Schnaps­idee – an einer Ver­kos­tung unab­hän­gi­ger Cham­pa­gne-Win­zer teil­zu­neh­men. Das mag ver­rückt klin­gen, ist es aber nicht, denn, wer sich tat­säch­li­ch für das The­ma inter­es­siert, könn­te an kei­nem bes­se­ren Ort sein als bei Ter­res et Vins de Cham­pa­gne. Eine gutes Dut­zend erst­klas­si­ger, unab­hän­gi­ger Win­zer lotet die Gren­zen des Wein­baus in der Cham­pa­gne aus – das ist, bzw. war aus­ge­spro­chen inter­es­sant.

Zu Gast sind zwei, mit denen ich die Lust an ver­que­ren, zumin­dest span­nen­den und cha­rak­ter­vol­len Wei­nen tei­le. Tors­ten Goff­ins Ide­en von Wein, Genuss und Lebens­art fin­det man unter allem Anfang… Zudem schreibt er seit eini­ger Zeit auch unter Glas­kla­re Gefüh­le.

Mat­thi­as Nes­ke ist spät zum Blog­gen gekom­men, dafür aber inten­siv und aus­schwei­fend. Er ist ein Samm­ler unge­wöhn­li­cher Geschmacks­er­leb­nis­se und ver­or­tet die­se in sei­nem Blog. Da er viel unter­wegs ist fin­den sich die­se Orte aus der gan­zen Welt in sei­nem Blog Chez­mat­ze. Was Wein angeht, so schreibt er vor allem über jene Wei­ne, die meist aus dem Ras­ter der übli­chen Wein­schrei­ber fal­len. Er sucht – und fin­det – die Cha­rak­ter­köp­fe.

Wir star­ten mit einer kur­zen Replik auf die Anfän­ge des per­sön­li­chen Blog­gens um dann einen Schwenk zu machen auf den ers­ten Wein und den Grund für die­se per­sön­li­che Aus­wahl. Tors­ten stellt einen Schaum­wein aus dem Gail­lac vor. Der Préam­bulles 2010 Domai­ne de Caus­se Mari­nes wird nach altem Ver­fah­ren, der Metho­de Ances­tra­le her­ge­stellt und ist sein Bei­trag zur Wein­ral­lye No. 50, bei der sich dies­mal alles um vin natu­rel dreht. Nähe­res zur Wein­ral­lye fin­det sich hier, das Blog der Aus­rich­te­rin Iris Rutz-Rudel gibt es hier.

Da wir in der Cham­pa­gne sind, darf auch der Cham­pa­gner nicht feh­len. Wir haben den Wein eines Win­zers aus­ge­wählt, der uns auf der Ter­re et Vins de Cham­pa­gne aus­ser­or­dent­li­ch gut gefal­len hat: Cham­pa­gne Agra­part. Pas­cal Agra­parts Wei­ne, bei­spiels­wei­se den pro­bier­ten Ter­ro­irs Extra Brut Blanc de Blancs Grand Cru, gibt es nur bei einem Händ­ler in Deutsch­land, näm­li­ch hier. Agra­parts Wei­ne sind kei­ne Fre­ak­wei­ne son­dern sehr eigen­stän­di­ge, sehr wei­ni­ge Cham­pa­gner, nicht die strai­gh­ten, kno­chen­tro­cke­nen, extrem mine­ra­li­schen, kal­kig-krei­di­gen Fre­ak­wei­ne. Übri­gens hat Tors­ten sei­nen Arti­kel über unse­re Cham­pa­gne-Tour längst fer­tig und eben­so steht Mat­thi­as’ Arti­kel im Netz, nur ich habe es mal wie­der nicht geschafft.

Wei­te­re The­men: Vigne­rons Inde­pen­dants – Cas­tel­mau­re, Cor­biè­res, im Hyper­m­ar­ché Leclerc, Cas­tel­mau­re bei Jac­ques und Michel Tar­dieus Cas­tel­mau­re bei Gute Wei­ne Loben­bergDer Ede­ka­ner Fritz Zick­uhr emp­fiehlt: Hans-Bert Espes und Sil­ke Wolfs Shel­ter Wine­ry, 2008er Spät­bur­gun­der, Fla­schen­num­mer 3642 – Die Gra­fen Neip­perg: Würt­tem­berg, St. Émi­lion und Bul­ga­ri­en – Domai­ne Bes­sa Val­ley, Wein­bau in Bul­ga­ri­en – Eni­ra 2008 – Der Par­ker-Stil – Eni­ra Reser­va 2007




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Ach ja. Wer der Mei­nung ist, dass das ein schö­nes Pro­jekt ist, darf natür­li­ch ger­ne flat­tern.

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11 Kommentare

  1. Pingback: Podcast Naturel (a.k.a. Weinrallye #50) | Glasklare Gefühle

  2. Pingback: Weinrallye #50: Zwei von drei Naturweinen schmecken gut | Chez Matze

  3. Inter­es­san­ter­wei­se war mein prä­gen­des Wei­ner­l­er­leb­nis ein Ries­ling halb­tro­cken in Köln auf einem Hör­er­treff von Tim Prit­l­ove 2011. Die­ser war so fruch­tig das er mei­ne Vor­stel­lung von Wein auf ein­mal auf den Kopf gestellt hat und ich so zum Wein­trin­ken wur­de.

  4. Christoph

    @jan: Ja, wit­zig, aus­ge­rech­net auf einem Hör­er­tref­fen von Tim. Aber ich hat­te auch so ein Schlüs­sel­er­leb­nis.

  5. Lijbosz Nek

    Wer­te Her­ren – eine gro­ße Freu­de, trotz der klei­nen tech­ni­schen Män­gel. Bit­te mehr, auch ger­ne in die­ser Kon­stel­la­ti­on.

  6. Die Bes­te Ori­gi­nal­ver­korkt­fol­ge bis jetzt, IMHO. Ich fin­de es gut das eher das Wis­sen um Wein gene­rell im Vor­der­grund stand und nicht die Wei­ne selbst. Kann­st du irgend­ei­nen Wein emp­feh­len für jeman­den der gera­de erst das Inter­es­se an Wein ent­deckt hat? Ins­ge­sammt habe ich raus­ge­fun­den dass ich eher tro­cke­ne Rot­wei­ne mag. Es kann von mir aus auch halb­tro­cken sein. Aber vor kur­zem hat­te ich einen Weiß­wein der eher nach Limo geschmeckt hat als nach Wein. Das war nicht so toll..

  7. Nur als klei­ne Anmer­kung: „Ne Con­tai­ner pas de sul­fi­tes” ist kei­ne dop­pel­te Ver­nei­nung.

  8. Christoph

    @Chris: das hat der Mat­ze am nächst­wn Tag auch gemerkt, als die Klar­heit in den Kopf zurück­ge­kehrt war.

  9. @GnafGnaf: Ten­den­zi­ell wür­de ich ein­fach mal Pro­bier­pa­ke­te bestel­len um her­aus zu fin­den, was Dir erst mal am bes­ten schmeckt. Vie­le fan­gen mit Wei­nen aus Süd­frank­reich oder Spa­ni­en an. Tro­cke­ne, fruch­ti­ge Rot­wei­ne mit meist sehr gutem Preis-Leis­tungs­ver­hält­nis. Mal nach­schau­en bei Wein­hal­le, Pinard-de-Picard, Gute Wei­ne Loben­berg, Wein & Vinos, Inter­ne­t­oa­se, (zum Bei­spiel) Für den ein­stieg in die Wein­welt kann man aber auch gut mal zu Jac­ques Wein­de­pot gehen und dort pro­bie­ren.

  10. @Lijbosz Nek: Herz­li­chen Dank! Es wird sel­ten sein, da der Herr Mat­ze sehr viel unter­wegs ist, aber ich habe es eben­falls genos­sen.

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