Aphros Loureiro 2011, Vinho Verde D.O.C Sub Region do Lima, Vasco Croft

Vor einigen Tagen hatte ich das Glück, mal wieder den Ausführungen David Schwarzwälders lauschen zu können. David ist ausgewiesener Experte für die iberische Halbinsel und hat vor nicht allzu langer Zeit ein ausgezeichnetes Buch über spanische Weine verfasst. Ich habe die Hoffnung, dass es möglich ist, sein Werk über den dynamischen portugiesischen Weinbau irgendwann mal wieder in einer Neuauflage in Händen halten zu können.

Aphros Loureiro 2011

Aphros Loureiro 2011

Neben einer ganzen Reihe interessanter Ausführungen über den portugiesischen Weinbau insgesamt (mir war nicht klar, dass Angola der wichtigste Importeur für portugisische Weine ist. Ok, ich habe auch nicht drüber nachgedacht aber Angola ist ehemalige Kolonie und Teile der Bevölkerung schwimmen im Diamanten- und Ölgeld), die Neuordnung der anbaugebiete, Bodenstrukturen etc. waren es natürlich die ausgewählten Weine, die mich mal wieder begeistert haben.

Die Tatsache, dass Portugal an einem verhältnismäßig schmalen Streifen am Atlantik liegt, ist Fluch und Segen zugleich für den portugiesischen Weinbau. Bis vor wenigen Jahren war es noch so, dass gerade die küstennahen Winzer in 10 Jahren höchstens mit einem guten, einem mittelmäßigen und acht schlechten Jahrgängen rechnen konnten, so Schwarzwälder. Doch der portugiesische Weinbau profitiert perverser weise vom Klimawandel und mittlerweile hat sich das Blatt komplett gewendet. In den letzten 10 Jahren gab es nur einen wirklich schlechten Jahrgang. Zudem waren die Ertragsmengen einigermaßen konstant (was nicht für dieses Jahr gilt, dieses ist extrem trocken). Der Vorteil des atlantischen Klimas liegt auf der Hand: Es gibt normalerweise genügend Niederschlag und der Atlantik kühlt vor allem nachts die Weinberge herunter, die tagsüber in der sengenden Hitze liegen. Diesen Umstand merkt man vor allem den Rotweinen wohltuend an. Die wein sind normalerweise frisch, richtig frisch. Auch bei dieser Veranstaltung war kein Wein dabei, der entfernt kompottig oder marmeladig gewesen wäre. Die Kombination aus häufig sehr würzigen, dunklen authochtonen Sorten in Kombination mit dieser Frische hat der portugiesische Weinbau dem spanischen entsprechend voraus.

Doch eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus. Auch wenn Portugal dezidiertes Rotwein- und Portweinland ist, gibt es doch eine Region, die meist superfrische Weißweine produziert und dafür auch berühmt ist. Im Minho, an der spanischen Grenzen oberhalb Portos entstehen diese Vinho Verde genannten Weine, die ihren Namen nicht etwa deshalb tragen, weil die Trauben grün gelesen werden oder der Wein grüne Reflexe aufweisen würde – es gibt auch rote und roséfarbene Vinho Verde. Der Name kommt von der Region, denn Minho ist die grüne, fruchtbare Region in Portugal. Der Vinho Verde zeichnet sich normalerweise durch seine Einfachheit aus, und das meine ich nicht ironisch. Sein Klasse ist die Frische, die Spritzigkeit (üblich ist es, dem Wein ein wenig CO2 zuzusetzen, damit er leicht moussiert) und der zurückhaltende Alkohol. Das Meiste an Vinho Verde trinken die Portugiesen übrigens selbst, als Aperitif, als Begleiter der fischlastigen atlantischen Küche oder einfach so.

In Subappellationen des Vinho Verde haben sich aus den dort angebauten Rebsorten seit einigen Jahren einige Besonderheiten herausgebildet. Dort gibt es Winzer, die mehr aus den Rebsorten wie Loureiro oder Alvarinho herausholen wollen. Einer der Vorreiter ist Vasco Croft, Spross der für Portweine bekannten Familie Croft, der hier unter Ecocert-Biozertifikat alles aus der Loureiro-Traube herausholt, was geht. Sein Aphros Loureiro erinnerte mich in seinen Aromen und der schon in der Nase spürbaren Säure zunächst ein wenig an einen spritzigen Riesling. Der Duft von Mirabellen kam mir in Nase, aber auch grüner Apfel und Kiwi. Am Gaumen setzt sich das Aromenspektrum fort. Hier findet sich eine deutliche Mineralität, leicht von einer kalkigen Note unterstrichen. Und auch hier meine ich, eine Parallele zum Riesling zu finden. Es ist die deutliche Säure, die hervorragend mit den Aromen harmoniert. Der Wein erfrischt, bleibt dabei sehr ausgewogen und harmonisch und hat eine schöne Spannung.

Ich finde es ja immer ein bisschen schwierig, in einem Land wie unserem, das so reich gerade an solchen Weißweinen ist, etwas von weiter weg zu empfehlen, andererseits finde ich es auch immer wieder bereichernd, solche Weine zu entdecken. 15.000 Flaschen gibt es lediglich von diesem Wein und wer sich ein bisschen Sommer in das graue Regenwetter zurückholen möchte ist mit diesem Wein ausgezeichnet bedient. Er kostet hier 11.50 €.

2 Kommentare

  1. Den hatte ich im Frühjahr (dem vorletzten) auch! Allerdings ein anderer Jahrgang, und der Wein hieß noch “Afros”, also mit “f”. Was mir dabei ungeheuer stark in Nase und Gaumen gestiegen ist, waren frische Mandarinentöne. Vielleicht war es ja ein Charakteristikum des Jahrgangs, vielleicht auch das Charakteristikum einer Aromahefe (was aber eher weniger wahrscheinlich ist, denn in der großartigen Weinbar “Os Goliardos” in Lissabon sind die Weine sehr sehr kundig ausgesucht). Jedenfalls hat Dein Artikel mich ein bisschen wehmütig an die schöne Zeit des monatlichen Wohnortwechsels erinnert…

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