Godello 2011, Adega »A Coroa«, Valdeorras

Wer die Überschrift etwas kryptisch finden mag, soll sich nicht zu sehr wundern. Immerhin befinden sich in ihr drei weitgehend unbekannte Begriffe. Fangen wir von vorne an und stellen uns mal janz dumm. Wat is enne Godello?

Godello

Godello ist eine authochtone spanische Rebsorte, die vor allem im Nordwesten Spaniens vorkommt, etwa dort, wo man man auch dem Albarinho findet und den Loureiro, beides Rebsorten, die auch auf der nicht weit entfernten portugiesischen Seite ausgebaut werden. Ob auch der Godello in Portugal angebaut wird weiß ich nicht, zumindest ist mir bisher keiner untergekommen. Kann auch nicht, stelle ich gerade in der Recherche fest, denn in Portugal heißt sie Gouveio und wird dort nicht zuletzt für weißen Port angebaut. Godello ist unter den spanischen unbekannten Rebsorte momentan noch die unbekannteste, würde ich behaupten. Ferne würde ich behaupten, dass sich das – zumindest für Interessierte – bald ändern dürfte. Die Rebsorte wird nicht nur dort angebaut, wo auch die rote Mencia ein Revival erlebt, sie könnte eine ähnliche Zukunft haben. Und sie bereichert das eh schon größer werdende Spektrum spanischer Rebsorten. wenn das ziemlich eloquente spanische Weinmarketing mit dem Godello also ähnlich umgeht wie mit Verdejo im Rueda, dann dürfte es auf Dauer leichter sein, an Godello heranzukommen. Ähnlich dem Verdejo gibt es beim Godello grob gesagt zwei Stile. Der eine ist der frische, säurebetonte Stil mit einem Aromenspektrum von grünem Apfel, etwas Zitrus, Mandarinen und Aprikosen. Der andere ist der etwas breitere, hefigere Stil, der den Wein Richtung Burgund bringt, aber davon vielleicht später mehr. Meine Meinung nach steht der Traube der junge, frische Stil am besten, und der A Coroa zeigt dies durchaus eindrucksvoll, denn der Wein wirkt ausgesprochen eigenständig. Er stammt von Schieferparzellen rund um Valdeorras, was im Bierzo liegt, jener Region, in der die rot Rebsorte Mencia ganz eigenständige Weine hervorbringt. Der Wein wurde biologisch angebaut, wenn auch nicht zertifiziert, er wurde spontan vergoren und praktisch nicht geschwefelt. Zudem zeichnet die Rebsorte durch bekömmlich niedrige ph-Werte aus. Robert Fernandez Garcia heißt der Winzer, den Martin Kössler wohl eher durch Zufall aufgetan hat. Er besitzt in der Gegend 9 Hektar und hat sich ganz dieser weißen Rebsorte verschrieben, die in Spanien auf gerade einmal 180 Hektar angebaut wird.

Der Godello ist gleichzeitig komplett trocken als auch cremig. Der Schiefer auf dem er wächst, bringt eine Handvoll Würz mit ins Aromenspektrum, das vor allem durch weiße Blüten und feine, fast introvertierte Fruchtaromen geprägt wird. Es ist ein Leiser Wein – im Gegensatz zu den grasigen Fruchtbomben aus dem Rueda. Man muss schon genau reinschnuppern und dem Wein seine Zeit geben. Dann eröffnet sich ein fein balancierter, harmonischer Wein, sehr lebendig und mit eigenem Charakter, mit feiner Kräuteraromatik und einer leichten Bitternote zum Schluss.

Gefunden in der Weinhalle für 12.90

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