summa 13

Auch wenn es wichtig und horizonterweiternd ist, tagelang durch die Hallen von Weinmessen zu laufen und im Dutzend neue Weine zu probieren, so bereiten doch Veranstaltungen, die außerhalb und schön gelegen sind, ein besonderes Vergnügen. Vor allem, wenn sie so gut organisiert sind wie die Leistungsschau der summa13, einer schon seit Jahren im Dunstkreis der Vinitaly stattfindenden, zweitägigen Veranstaltung im Lagederschen Palazzo in Magreid.

Summa_01

Alois Lageder kann man, so denke ich, durchaus als Grandseigneur des Südtiroler Weinbaus bezeichnen. Er gehört auf vielen Gebieten zur Avantgarde. So hat er sehr früh auf Qualität gesetzt, als man anderswo noch dünne, säuerliche Kalterer See erzeugt hat. Lageder hat auf Biodynamie gesetzt, auf nachhaltiges Marketing, wenn ich das hier mal so formulieren darf, und ebenso auf konsequent gute Gestaltung. Kurz gesagt, er hat eine Marke geschaffen, und zwar eine mit einem klaren Markenkern. Er gehört, was heutigen Weinbau angeht, nicht zu den aktuellen Revoluzzern, es ist eher so wie bei den Grünen. Es ist eine Mischung aus konsequenter Ökologie und Wertkonservativität. Wer die junge Alternative oder sogar einen radikalen Ansatz kennen lernen will, der sollte zur vivit gehen oder in die Villa Favorita zur vinnatur. Soweit die Verortung des Ganzen. Wie üblich habe ich nicht alles geschafft an dem Tag und das lag auch daran, dass mittags endlich mal die Sonne heraus kam und man im wunderschönen Innenhof sitzen konnte. Lageder hat uns perfekt bewirtet, anders kann man es nicht sagen.

 

Weingut Ansitz Löwengang und Alois Lageder im Interview

Weingut Ansitz Löwengang und Alois Lageder im Interview

Was mich am Sonntag auf der summa besonders beeindruckt hat, habe ich fotografisch festgehalten. Trotzdem ein paar Worte, vor allem vor dem Hintergrund, dass ich die darauffolgenden Tage ca 300 italienische Rotweine probiert habe, bis sich mein Mund wie ein geflämmtes Holzfass angefühlt hat: Ich mag sie immer mehr, die frischen, klaren Rotweine, die bewusst auf  Barrique verzichten, die trotzdem nicht weniger komplex sind, denen man trotzdem eine lange Lebensdauer unterstellt und deren Saftigkeit zu einer Trinkfreude führt, die ich bei vielen holzbetonten Weinen zunehmend vermisse. So gefielen mir die Moric-Blaufränkisch von Roland Velich besonders gut (außerdem sein Grüner Veltliner, auch wenn er eher schmeckte wie ein mineralischer Grenache blanc aus dem Roussillon, oder vielleicht gerade deshalb) und ebenso die – leider sündhaft teuren – Weine Dominik Hubers von Terroir al Limit. Besonders gefreut hat es mich, über drei reinsortige Cabernet Francs zu stolpern, aktuell meine favorisierte rote Rebsorte, und das ausgerechnet aus Österreich. Bründlmeyer Junior hatte drei Jahrgänge mitgebracht, alle drei sehr individuell aber immer typisch Cabernet Franc. Ich werde mich mal auf die Suche machen müssen, um sie hier zu finden. Bis Sonntag wusste ich nicht einmal von deren Existenz.

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Schön auch die Auswahl rund um die Weine: Zum einen ein Südtiroler Whisky-Projekt namens Puni, dessen erste Abfüllungen noch so jung sind, dass sie zwar Single-Malt heißen, aber noch nicht als Whisky bezeichnet werden dürfen. Neben dem im Fass gereiften Stoff gab es einen weißen, der direkt nach dem Brand abgefüllt wird und ausgesprochen frisch, getreidig und fruchtig schmeckt und der bestimmt auch für Cocktails eine ganz spannende Ingredienz sein kann. Dem Projekt, in dem offensichtlich viel Geld steckt – wenn man sich auf der Website den Neubau und die Anlagen anschaut wir das offensichtlich – kann man nur viel Glück wünschen, im krisengeschüttelten Italien.

Summa_07

Vincent Bründlmayer schenkt Cabernet Franc aus.

Vincent Bründlmayer schenkt Cabernet Franc aus.

Probiert werden konnten ebenso heimische Käse, Olivenöle, typische Waren aus Südtiroler Handwerk und auch beispielsweise die Säfte von van Nahmen, die sich in ihrer Individualität ganz ausgezeichnet als Weinersatz – so erwünscht oder notwendig – anbieten. Besonders gefallen haben mir von den Neuheiten die Traubensäfte von Trauben aus dem Bio-Weingut Zwölberich, sowie der nach Marzipan duftende Kirschsaft. Die Säfte wurden im Innenhof ebenso ausgeschenkt wie der exzellente Bisamberg Alte Reben von Wieninger. Was ich nicht fotografiert habe, mir jedoch nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, sind die Veltliner von Fred Loimer und die gereiften Rieslinge von Dr. Bürklin-Wolf – das ist immer wieder ein Genuss. So ist die summa (für mich) nicht der Ort für die großen Neuentdeckungen, es ist der Ort des Wiedersehens und Wiederprobierens von Weinen, die ans Herz gewachsen sind. Das ist einer entspannten Umgebung zu tun, lohnt sich immer.

Summa_06

Roland Velich, Moric Reserve und angewandte Glaskunst.

Roland Velich, Moric Reserve und angewandte Glaskunst.

Weitere Bilder gibt es hier bei flickr.

2 Kommentare

  1. Pingback: Eine lange Reihe meist hervorragender Cabernet Francs » originalverkorkt

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