Gin o’Clock: Wacholderbrand op Kölsch

Auch wenn ich die meiste Zeit meines Lebens im Großraum Köln verbracht habe, war ich nie Kölsch-Trinker. Es sei denn, es gab Mühlen, Gaffel oder Früh vom Fass oder ich habe Zeit in einem der Brauhäuser verbracht. Dann war das etwas Anderes. Bier von Sünner, eine der diversen anderen Brauereien, gab es trotzdem häufiger bei uns. Einfach deswegen, weil sie meiner Meinung nach das beste Malzbier gemacht haben. Und ab und zu habe ich gerne Malzbier getrunken. Nun ist es so, dass Sünner auch eine Lizenz zum Brennen von Destillaten besitzt. Das war mir nicht aufgefallen, bis ich vor kurzem von einem Gin aus dem Haus Sünner gelesen habe. Als ich letztes Wochenende in Bonn war, konnte ich eine Flasche erwerben.

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Wie auf dem Etikett zu lesen ist, ist Sünner die einzige eingetragene Wacholderbrennerei in Köln. Der Dry Gin N. 260 wird dreifach gebrannt und im dritten Brennvorgang werden frische Wacholderbeeren aus der Toskana zugesetzt. Ansonsten finden sich laut Aussage der Brennerei Zitronenschalen und Pomeranzenschalen sowie Lavendel als weitere Botanicals. Das ist nicht viel, warten doch ausgefeilte, moderne Gins mit 20 oder mehr Kräutern, Gewürzen etc auf. Die Einfachheit der drei Aromen besticht jedoch bei diesem Gin. Es ist kein feiner Gin, es ist eher einer, der mit der Tür ins Haus fällt. Er duftet und schmeckt intensiv nach Wacholder und erinnert im Duft an einen klassischen holländischen Oude Genever. Die bitter-süßen Zitrus- und Orangennoten runden das Geschmacksbild ab.

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Finde ich das gut? Ja. Auch wenn ich sonst gerne die feinere, zurückhaltendere Variante wie Geranium oder The Botanist bevorzuge. Das hier macht Spaß, vor allem als Gin & Tonic. Denn der Sünner ist trotz der Expressivität nicht grobschlächtig, vor allem, weil er gut gebrannt, weich und cremig ist. Ich habe ihn mit Tonic von Thomas Henry getrunken, denn das gab es da, wo ich den Gin gekauft habe in den großen Flaschen. Zu diesem Gin passt aber auch der gute alte, etwas süße Tonic von Schweppes. Was dabei ebenfalls Spaß macht ist übrigens der Preis, denn der Sünner kostet keine 20 Euro.

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