Rosé-Sommer: Rosa Caolino 2013, Tenuta di Castellaro, i Vigneri, Lipari

Im letzten Jahr habe ich die Weine der i Vigneri für mich entdeckt. Das ist ein loser Zusammenschluss von Winzern, die auf und um Sizilien arbeiten und  – man kann es so sagen – einen gemeinsamen Fixpunkt haben: den Önologen Salvo Foti. Salvo Fotis Idee von Wein basiert auf der möglichst traditionellen und natürlichen Be- und Erarbeitung von Wein. Unter seiner Ägide werden die Rebstöcke beim Neuanlegen in Albarello-Erziehung (Buscherziehung) gesetzt, die Weinberge werden ökologisch bearbeitet, die Weine im Keller (natürlich) spontanvergoren, teils wird die Maische mit Füßen getreten, seine eigenen Weine werden nicht geschwefelt, und, und, und. Wer hier regelmäßig ließt, kennt die Idee eines Naturweins.

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Copyright: Tenuta di Castellaro

Ein Weingut, dass zum Verbund zählt, dessen Markenzeichen die Burgunderflasche mit dem Albarello-Stock ist, ist die Tenuta di Castellaro des Österreich-Italieners Massimo Lentsch. Dieses Weingut befindet sich genau hier, auf der Insel Lipari, nördlich über Sizilien. Die Inseln sind, wie Sizilien auch, vulkanischen Ursprungs. Endsprechend findet sich hier poröses weißes Magmagestein, der Bimstein (darauf stehen die weißen Reben für den Bianco Pomice) genauso wie Obsidian, dass eher aussieht wie schwarzes Glas und beim schnellen Abkühlen der Magma entsteht (darauf stehen die Reben für den Nero Ossidiana). Ein weiterer Bestandteil der Bodenstruktur ist Kaolin, auch Porzellanerde genannt. Kaolin ist ein feines, weißes, eisenfreies Gestein, dass auf den Äolischen Inseln, wozu Lipari ja gehört, schon in der Römerzeit abgebaut wurde. Genau oberhalb der historischen Stollen liegt der Weinberg, der dem Rosa Caolino seinen Namen gegeben hat. Der Weinberg setzt sich aus 60% Corinto, 30% Nero d’Avola und 10% weiterer, diverser heimischer Sorten zusammen – ein historischer fieldblend gewissermaßen. Die Reben wurden Mitte September gelesen, direkt gepresst, statisch geklärt – also kein Mostklärung – und drei Monate bei 20 Grad vergoren.

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Was bei diesem sorgsamen Umgang mit dem Wein herauskommt, ist einfach sehr gelungen, ich kann es nicht anders sagen. Natürlich sollte ein Rosé, der stattliche €18.50 kostet, auch etwas bieten. Aber das hier ist wirklich sehr gelungen: viele Stein, viel Rhabarber, rote Johannisbeeren und Kräuter. DieserWein ist durch und durch ungewöhnlich, tauchen hier doch Aromen von Rosmarin und Minze genauso auf wie Pfeffer und Berberizen. Das ist ganz eindeutig ein Wein zum Essen. Mit Essen, mit Gegrilltem, ich würde hier in Würde geangelten, gegrillten Thunfisch empfehlen, ist das ein Knaller.

Den Wein habe ich von vinaturel.de bekommen. Er kostet €18.50

 

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