Mittlerweile tut sich eine Menge im Rheingau. Beispiel? Von Oetinger Riesling 2013 K & M Edition

Als kürzlich das diesjährige Vinocamp stattfand, hat ein Teil des Rahmenprogramms, nämlich das Get-Together in der Gutsschänke der Ritter und Edlen von Oetinger stattgefunden. Das hört sich adliger an als es heute ist. Achim von Oetinger ist ein handfester Kerl und einer, der in den letzten Jahren ziemlich viel verändert hat, um zu einer neuen Qualität im Weinberg und im Wein zu gelangen. Leider war ich zu spät beim Get-Together, um noch an der Kellerführung teilnehmen zu können. Dafür habe ich damals einige Weine probiert, die ich schon ziemlich bemerkenswert fand. Achim Busch und Bernd Klingenbrunn von K & M Gutsweine in Frankfurt haben mir nun, bildlich gesprochen, eine Sonderedition auf den Tisch gestellt (“Hey, probier mal, wir sind gespannt, was du davon hältst.”) und ich dachte mir, bevor ich jetzt morgen zum VDP nach Wiesbaden fahre, um mich dort in Ruhe den ganzen Großen Gewächsen zu widmen, trinke ich in Ruhe noch mal einen Schluck Riesling aus diesem Rheingauer VDP-Betrieb.

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In der Nase finden sich rauchige Noten, gelbe Früchte und steinige Würze. Es duftet verhalten, aber dieses Verhaltene hat einen Drang, den man spürt. Der Wein wirkt ein wenig gefesselt, noch unentschlossen aber kraftvoll. Am Gaumen findet sich diese Kraft viel deutlicher als in der Nase. Hier findet sich reife, aber keineswegs überreife Frucht, gepaart mit ordentlicher, knackiger Säure, die den Riesling trägt und die er braucht, denn der Wein hat Stoff, hat Phenole, hat Würze. Steinobstfrucht und Kernfrucht ist in diesem Rieslingtypus gar nicht mehr entscheidend, hier geht es um Stoffigkeit mit Balance, um Kraft die durch eine längere Maischestandzeit erzeugt wird. Dies ist ein Wein, der in einer gewissen Weise streng ist und kühl und den man trotzdem Schluck für Schluck genießt. Dies ist kein Gutswein im eigentlichen Sinne, das ist deutlich mehr. Das schmeckt man und das wird auch klar, wenn man liest, welcher Aufwand betrieben wurde. Dass Armin Busch und Bernd Klingenbrunn begeistert sind, kann ich da voll und ganz verstehen. Allerdings würde ich dem Wein ein bisschen weitere Reifezeit im Keller gönnen, um sich noch ein wenig weiter zu entwickeln. Das dürfte dem Jungspund nicht schaden.

Den Wein gibt es bei K & M Gutsweine. Eine der 900 Flaschen kostet € 11.90. Sechs gibt es für € 65.40.

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