Meine Sommerweinempfehlung (1): Crémant Rosarot von Stephan Steinmetz, Obermosel

Stephan Steinmetz ist ein Mann mit klaren Prinzipien. Dazu gehört auch, dass sein Angebot nicht ausfranst sondern übersichtlich bleibt. Deshalb gibt es bei ihm nur acht Weine auf der Karte: Elbling in Liter- und in Lagenqualität, Auxerrois, Weiß- und Grauburgunder sowie Elbling- und Burgunder-Crémant und abschließend gab es bisher einen Spätburgunder.

Spätburgunder, zumal in dieser Qualität, erwartet kaum ein Kunde an der Mosel. Nur wenigen ist bekannt, dass es bei Weingütern wie Günther Steinmetz oder Markus Molitor etwas weiter runter an der Mittelmosel mittlerweile exzellente Spätburgunder gibt. Der Spätburgunder war also immer etwas schwerer verkäuflich bei Stephan und Petra Steinmetz. Im Gegensatz zum Rest des Programms und vor allem im Gegensatz zu den Sekten, die Stephan allerdings genau so nennt, wie man es üblicherweise einen Kilometer weiter auf der luxemburgischen Seite tut. Seine Crémants sind neben dem Elbling die Aushängeschilder. Und deshalb gibt es konsequenterweise mit diesem Jahr keinen Spätburgunder aus dem Holzfass mehr sondern einen rosarot schimmernden Crémant vom Spätburgunder.

Steinmetz_Cremant_Rosarot

Der Crémant Rosarot ist für mich die aktuelle Sommerweinempfehlung. Stephan versektet ihn in gewohnt gekonnter Manier mit dem für Crémant üblichen Druck, einem langen Hefelager und einer entsprechend feinen Perlage. Wie es bei einem Crémant sein sollte, liegt die Betonung auf der Frische. Hier gibt es keine schweren Brioche-Aromen sondern Frucht. Und zwar eine Frucht, wo ich neben einigen Nussaromen und etwas Erd- und Himbeer vor allem die Frucht von Johannisbeeren finde. Es ist also eine Frucht, bei der immer auch ein wenig Gerbstoff mitschwingt, was den Crémant pikant macht und genau das Gegenteil von einem weichfruchtig kitschigen Exemplar werden lässt, wie man es im Rosé-Bereich viel zu oft findet. So hat man mit dem Crémant Rosarot einen erstklassig gemacht Schaumwein, in dem die Mineralität der für die Obermosel typischen Muschelkalkböden immer präsent ist, der mit der Ribisel-Frucht immer seriös bleibt und mit Druck, Perlage und nur wenig Dosage erfrischt.

Foto Stephan Steinmetz

Das Markenzeichen der Obermosel, das Gestein des Pariser Beckens, dessen letzten Ausläufer die Obermosel bildet, findet man nun auch auf den Etiketten von Steinmetz. Eigentlich wollten Stephan und Petra Steinmetz nur endlich mal eine neue Website haben. Daraus wurde allerdings ein komplettes Corporate-Design-Projekt, in dessen Ergebnis sich genau das widerspiegelt, was das Weingut ausmacht. In der klaren Art, wie hier die Weine erzeugt werden, präsentieren sie den Muschelkalk, der zu Wein wird auf schöne Weise.

Den Podcast, den ich vorletztes Jahr mit Stephan gemacht habe, gibt es hier. Die Weine direkt ab Hof. Der Rosarot kostet 12.50 Euro.

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