Meine Weinempfehlungen (nicht nur) zur Weihnachtszeit 2015: Weißweine

Die Weinempfehlungen zur Weihnachtszeit, die so etwas wie das Resümee dessen sind, was ich im letzten Jahr besonders bemerkenswert fand, gehen ins dritte Jahr. Wie immer gibt es ein günstiges, ein mittelpreisiges, ein teures Segment und eines, mit besonders ungewöhnlichen Entdeckungen.

Nach den Schaumweinen folgen die Weißweine:

Weißweine – Günstig < € 15,-

Alice et Olivier de Moor, Chablis, À Ligoter 2014: Aligoter findet sich im Chamblis nur selten. Umso mehr Spaß macht dieser frische, unkomplizierte aber sehr trinkfreudige Wein. Feine Frucht und Mineralik und ein ordentlicher Zug. Ca. € 12,50.

Visco & Filippi, Soave, Classico Vigne del Bra 2013: Bitte alles vergessen, was sich an Soave-Vorurteilen im Laufe der Jahre so angesammelt hat. Das hier ist meisterlich: extrem sexy, magisch. Ca. € 14,80

Jo Landron, Muscadet de Sèvre & Main, Amphibolite 2014: Im Prinzip heißt die Devise: Aufreissen, und dieses salzig-mineralische Getränke am besten mit ein paar Muscheln in sich hineinstürzen. Toller Stoff, den man, einmal getrunken, nicht mehr missen will. Ca. € 9.80

Max Müller I. Franken, Silvaner Gutswein trocken 2014: Ein einfacher, klarer, blitzsauberer trinkfreudiger Wein für € 6.50 Manchmal möchte man gar nicht mehr.

Andi Mann, Rheinhessen, Müller-Thurgau 1 Liter 2014: Ein Newcomer mit einem äußerst vielversprechenden Erstlingsjahrgang. Ein Liter Müller zum wegschlotzen. Spaßwein hoch drei. Für ca. € 8,90

Klosterhof Schwedhelm, Pfalz, Zellertaler Schwarzer Herrgott Riesling 2014: Diese Lage kannte ich bisher nur durch Battenfeld-Spanier und dessen GG gehört für mich zu den dunkelsten und spannendsten GGs überhaupt. Der Schwarze Herrgott der Brüder Schwedhelm ist ähnlich klar und mineralisch, zeigt aber mehr Reife, mehr Frucht, mehr Apfel und Ingwer aber ähnlich viel Kalk. Für ca. € 14.50 ist das eine der spannendsten trockenen Spätlesen, die ich kenne.

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Weißweine – Mittelpreisig < € 25,-

Eric Nicolas Domaine de la Belleviere, Coteaux de Loir, L’Effraie Chenin Blanc 2013: Chenin Blanc mit einer ganz leichten Restsüße, geqachsen in einer 13.000er Beflanzung. Extrem dicht auf Tuffstein an den Coteaux du Loir. Ein gänzlich ungewöhnlicher, packender Wein aus einer meiner liebsten weißen Rebsorten. Für € 16,90.

Ökologischer Land- und Weinbau Krämer, Silvaner Hasennästle und Silvaner Feuerstein 2014: Man kann, ja man will um diese leisen Weine des Stefan Krämer gar nicht mehr herum kommen. Die Weine, vor allem die Silvaner machen süchtig. Podcast mit Stefan Kränmer gefällig?  Die Weine kosten ca. € 14.80

Wagner-Stempel, Rheinhessen, Riesling Melaphyr 2014: Einer meiner liebsten Rieslinge ist – die langjährigen Leser wissen es – der Porphyr von Daniel Wagner. Nun ist zu diesem immer empfehlenswerten Ortswein vom Porphyr-Boden einer vom Melapyr-Boden hinzugekommen. Am besten beide mal nebeneinander probieren. Jeweils ca. € 15,-

Domaine Bories-Jefferies, Languedoc, La Jeanne 2013: Pures weißes Süfrabkreich-Glück. Marsanne, Grenache Blanc und Terret liefern eine wunderbare Textur, Stein, Würze und eine geradezu filigrane Säure. Von einem Engländer, der gerade erst seinen zweiten Jahrgang abgeliefert hat. Großartig. € 19.80

 

Weißweine – Teuer > € 25,-

Pearl-Morisette, Niagara Peninsula, Riesling Black Ball Foudre 2013: Beeindruckender, komplexer Riesling aus dem alten Fuderfass mit 11,5%. So etwas muss nicht zwingend aus deutschsprachigen Ländern stammen. Es gibt ihn auch in, ähm, Kanada. € 26,50

Kumeu, Auckland, Mates Vineyard Chardonnay 2010: Zusammen mit Neudorf entstehen bei Kumeu einige der besten und langlebigsten Chardonnays Neuseelands, die keinen Vergleich scheuen müssen. Sie bieten enorm viel Chardonnay-Vergnügen. Komplexität und Tiefe fürs Geld. Ca. € 32,50,-

Zehnthof Luckert, Franken, Sylvaner Creutz *** 2014 (Ur-Silvaner): Dies ist Silvaner in seiner packendsten und großartigesten Form: dicht, komplex, urgewaltig, fein verwoben, großer Stoff von einigen der ältesten Silvaner-Reben Frankens. Teuer aber einzigartig. Ca. € 55,-

Peter-Jakob Kühn, Rheingau, Riesling Landgeflecht 2013: Keiner kommt mehr in diesem Jahr an den Kühns vorbei. Alle, die Preise vergeben, haben sie in diesem Jahr über dem Rheingauer Weingut ausgeschüttet. Zu Recht. Die Weine sind so individuell wie faszinierend. Ein Bespiel in dieses wahrhaft würzige und ungemein komplexe Gewächs von beeindruckender Größe. Ca. € 51,-

Matassa, Roussillon, Blanc 2013: Diese weiße und graue Grenache-Cuvée aus Calce strotzt nur so vor würze und Mineralität. Das ist roher Wein mit exzellenter Säure und südfranzösischem Flair, der in eine elegante Form gegossen wird. Um die € 29,-

Weißweine – Ungewöhnlich

Werlitsch, Südsteiermark, Orange 2012: Diese Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon gehört für mich zum Besten, was Orangewein zu bieten hat. Die Komplexität ist überwältigend. Daher habe ich mich vor einigen Monaten zu dieser Liebeserklärung http://originalverkorkt.de/2015/05/werlitsch-2011-liebeserklaerung-an-einen-wein/ hinreissen lassen und stehe weiter voll dahinter. Ca. € 28,-

Balthasar-Ress, Rheingau, Pinot Blanc Orange 2012: noch mal orange und diesmal jener Wein, der mir zum Thema Orange auf facebook & co. am Häufigsten begegnet ist. Mit diesem orangenen Pinot Blanc können sich auch jene anfreunden, die sonst nicht auf Maischevergärung beim Weißwein stehen. Warum? Weil es jenseits der Machart ein hervorragender Wein ist. Ca. € 21,-

Seresin, Marlborough, Chiaroscuro 2011: Riesling, Pinot Gros und Chardonnay zusammen vergoren. einer der komplexesten und interessantesten Weißeine, den ich auf meiner Neuseelandreiseentdeckt habe. Frucht, Gewürze, Stein mit viel Textur und Lebendigkeit. Beeindruckend. Ca. € 49.99

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