Meine Weinempfehlungen (nicht nur) zur Weihnachtszeit 2015: Schaumweine

Die Weinempfehlungen zur Weihnachtszeit, die so etwas wie das Resümee dessen sind, was ich im letzten Jahr besonders bemerkenswert fand, gehen ins dritte Jahr. Wie immer gibt es ein günstiges, ein mittelpreisiges, ein teures Segment und eines, mit besonders ungewöhnlichen Entdeckungen.

Damit die Empfehlungsliste nicht zu lang wird, unterteile ich sie diesmal in mehrere Artikel. Es beginnt der klassische Aperitif, der Schaumwein. Und hier ist es mir tatsächlich am schwersten gefallen, die Auswahl zu beschränken. Es gibt so viele gute neue Sachen, vor allem in Deutschland findet ein kleines Schaumweinwunder statt. Das hat natürlich viel mit dem Weingut von Buhl zu tun, aber eigentlich hat es schon vorher begonnen. Hier also meine Favoriten:

Schaumweine – Günstig

Stefan Steinmetz, Mosel, Crémant RosaRot: Die neueste Crémant-Creation des Elbling- und Schaumweinspezialisten Sefan Steinmetz, den ihr bei mir auch im Podcast hören könnt. Den unbedingt empfehlenswerten rosaroten Schäumer aus Spätburgunder solltet Ihr Euch fürs nächste Jahr vormerken. Ca. € 11.90.

Sektmanufaktur Strauch, Rheinhessen, Zero Brut Nature: Es kommt nicht oft vor, dass ich direkt bei einem Weintasting ein paar Flaschen ordere. Bei diesem Zero Brut Weißburgunder-Schaumwein ohne Schwefelzugabe habe ich das getan. Diese bMachart findet man hierzulande nur sehr selten, ist aber hervorragend gemacht. Bei Strauch gibt es auch ein Entdeckerpaket. Ca. € 14,90,-

Sekthaus Raumland, Rheinhessen, Cuvée Katharina Brut: Der Altmeister der Versektung in Deutschland, Volker Raumland bringt mit der Cuvée Katharina eine Blanc-de-Noirs-Cuvée auf den Markt, die in diesem Preissegment definitiv zur Spitze gehört. Stoff, Kraft, Balance… All das bekommt man für € 14,00.

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Schaumweine – Mittelpreisig

Von Buhl, Pfalz, Reserve Brut: Der dritte Streich des Monsieur Kaufmann kann sich ebenso sehen lassen wie der Riesling Brut und der Blanc de Noirs. Diese Cuvée aus Chardonnay und Weißburgunder ist cremig, sanfter als der Riesling, elegant und ausgestattet mit feinster Säure. Da sie allerdings erst gerade degorgiert wurde, kann man mit dem Öffnen ruhig noch etwas warten. Für € 16,90.

Bickel-Stumpf, Franken, Crémant Francophile de la Chapelle. Dieser fränkische Crémant ist sowohl eine Hommage an den französischen Stil des Crémant als auch eine selbstbewusste Verortung des Schaumweins im Fränkischen. Der Weißburgunder-Schaumwein zeigt sich opulent und cremig, mit feinen Autolysenoten und einer ebenso feinen Perlage. Aus Franken habe ich so einen Schaumwein bisher nicht getrunken. Für €18.50.

Champagne Dufour Bistrotage, Die erste ganz eigene Abfüllung von Charles Dufour ist direkt ein Knaller. Die Cuvée aus Pinot Noir, Chardonnay und etwas Pinot Blanc wurde im Holzfass vergoren und ohne weiteren Schwefel abgefüllt. Toller Stoff für vergleichsweise wenig “Champagner-Geld”. Ca. €35,-

Sekthaus Raumland, Rheinhessen, Triumvirat VIII. Ich muss gestehen, der Triumvirat war nie mein Liebling in der Kollektion von Volker Raumland. Bei diesem Triumvirat aus dem Jahr 2008 ist das anders: Kühl, präzise, knochentrocken aber reif und mit ausgezeichnetem Holzeinsatz wirkt er auf mich ein wenig wie Battenfeld-Spaniers “Schwarzer Herrgott”, nur eben als Schaumwein. Ca. € 36,-

Quartz Reef, Ventral Otago, Mèthode Traditionelle. Rudi Bauer, Ex-Pat aus Österreich und seit Mitte der 1980er in Neuseeland, macht dort Schaumweine, dass Dir die Jacke fliegen geht. Rassig, druckvoll, intensiv mit elegantem Mousseux. Eine der schönsten Reise-Entdeckungen. Ca. € 29.99.

 

Schaumweine – Teuer

Champagne Marguet, Le Mesnil sur Oger Grand Cru Brut Nature, Das ist Le Mesnil auf den Punkt gebracht. Ein Blanc de Blancs von großer Intensität, Klarheit, Präzision und Reife und dabei so klar fokussiert und messerscharf, so wie man es in dieser Konsequenz nur in diesem Teil der Côtes de Blancs geboten bekommt. Ca. € 69,-

Champagne Tarlant, Cuvée Louis Extra Brut. Wer den Stil von Champagne Krug mag aber nicht so viel Geld ausgeben möchte, greife zu diesem exzellenten Extra Brut. Pinotr Noir und Chardonnay zu je 50% vom Kreideboden, im Holz ausgebauter Grundwein. Verschwenderische Frucht, Creme,  Präzision und Länge. Einfach einfach großartig. Ca. € 61,-

Champagne Moët & Chandon, Dom Pérignon 2006, Auch wenn hier im Blog sonst eher die andere Seite der Macht, sprich die Winzerchampagne hervorgehoben wird, darf es auch mal ein Edelschäumer von der Stange sein. Denn solche Opulenz und Verschwendung findet man sonst nur selten. Ca. €129.90.

 

Schaumweine – Ungewöhnlich

Collet Navazos, Cava, Extra Brut 2011, Was kommt heraus, wenn sich Sherry-Spezialisten mit einem Cava-Profi zusammentun? Auf jeden Fall etwas Ungewöhnliches. Dieser Chardonnay-Cava wurde mit Sherry-Hefen vergoren und seine Dosage kam vom süßen Sherry. Das Ergebnis ist so erstaunlich wie unwiderstehlich. Ca. € 29.90.

Suavia, Soave, Opera Semplice Metodo Classico, Ein italienischer Schaumwein ohne Dosage und schwefel und dann noch aus einer fast vergessenen Traubensorte? Oh ja! Der Stoff hat so viel Zug und macht so viel Spaß! Unbedingte Empfehlung. Ca. € 23,90,-

Champagne Ruppert-Leroy, Cuvée Fosse-Grely Autrement, 100% Pinot Noir Natur-Champagner ohne Schwefel vom Kalkstein der Côtes des Bars. Ein höchst ungewöhnlicher, eigenständiger und komplexer Champagner, wie man ihn sich vor zehn Jahren noch kaum vorstellen konnte.  Ca. € 49,90

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